Siegel 2015

MARKUS WANGER

CT-Wanger- 3.815cut
CT-wanger-3.1828cut
CT-wanger-3.1754cut

Markus Wanger antwortet auf die Frage Warum - Wieso - Blau:
“Wieso ich Blau verwende, liegt zuerst darin, dass Blau meine persönliche Lieblingsfarbe ist. Die Farbe begleitet mich durch mein ganzes Leben und wirkt positiv auf mich. Blau assoziiere ich ganz persönlich mit Wasser: ein wichtiges Element für mich: alles fliesst ! Alles liegt im Verborgenen des tiefen Meeres! !

pp-wanger-3.1814cut
CT-Wanger-3.1703cut

Wenn ich mich mit Blautönen beschäftige, wirkt die Farbe beim Schaffen beruhigend, ist entspannend und hilft mir dabei den inneren Frieden zu finden. Malen mit Blau bringt ausgleichende Energie für den Künstler; vielleicht auch für den Betrachter! Dies wird mir auf jeden Fall oft gesagt.

Mit Blau verwende ich auch gerne die Farbe Gelb: eine Komplementärfarbe, die sich mit Blau im Zusammenhang mit meiner Maltechnik schön mischen lässt. Gelb gibt dem Bild auch mehr Spannung. Gelb symbolisiert für mich Sonnenlicht und verkörpert für mich das Weibliche, das Sanfte, Heitere, Sinnliche. Durch die Verwendung von Blau und Gelb gemeinsam wirken meine Bilder sanfter und sinnlicher.

Überwiegend verwende ich zwar Blau und Gelb, aber die Kombinationen Gelb und Rot oder Blau und Rot sind nicht selten. Die Inspiration und die innere Kraft bestimmen die Farbenwahl; es ist keine bewusste Bestimmung der Farben für ein besonderes Bild oder Motiv. Die Farben zwingen sich quasi auf. Die Hand greift zu Farben und schüttet die Strömungen meines Seelenlebens ins Bild. Die Perspektiven, die sich dann öffnen sind nicht nur für den Betrachter eine Reise ins Bild wert, sondern auch für mich.

 


Die Reise der Farben durch das Bild ist eine Unternehmung, die das Bild mir schenkt, als eine Art Erklärung vom Ursprung: eine Transformation!

CT-Wanger-3.1819cut
CT-Wanger-3.1718cut
DSCN5941

An dieser Stelle ist es angebracht, vom 3D Strukturalismus im Werk von Markus Wanger zu sprechen. Seinen '3-D-'Strukturalismus (inklusive TM Zeichen) hat sich der Künstler und Jurist in einem umfänglichen Prozess patentieren lassen. Das erste Patent in der Schweiz erhielt der Künstler vor zehn Jahren. Eine Arbeitsanleitung von Markus Wanger beschreiben seinen 3-D-Strukturalismus und den Hintergrund: "Einerseits kennzeichnen diese Technik prächtige Farbkompositionen, andererseits gegenständliche bis abstrakte Strukturen, welche unter der Farbe sichtbar sind. Basierend auf der Farbenlehre, vor allem von Goethe, eignen sich besonders die reinen Kompositionen Gelb- Blau, Gelb-Rot und Rot-Blau, aber auch deren jeweiligen Mischfarben, für diese Technik."

CT-wanger-3.1825cut
Ct-wanger-3.1817cut
CT-Wanger-3.1680cut
CT-wanger-3.1719cut
CT-Wanger-3.1720cut CT-Wanger-3.1658cut

Kunst im Erfahrungsraum
von Thomas Wulffen, Kunstkritiker, Journalist; Kurator und Präsident der deutschen Sektion der AICA bis 2012.
Zeitgenössische Kunst ist ein ganz besonderer Erfahrungsraum, im übertragenen und wörtlichen Sinne. Der Raum kann im wörtlichen Sinne die Galerie sein, aber auch der nicht spezifizierte Ort einer konkreten Erfahrung. Kunst wird über Werke vermittelt, in denen Erfahrung gespeichert ist. Die Verwen- dung des Begriffs 'Erfahrung' im direkten Kontext mit einem Werk scheint auf den ersten Blick seltsam. Aber tatsächlich treffen im Werk zwei Erfahrungen aufeinander, die des Künstlers und die des Betrachters. Wer dabei nur die eine Seite wahrnimmt, sei es die des Betrachter oder die des Produzenten, leugnet im spezifischen Kunstobjekt eine entscheidende Dimension.

Diese Dimension ist im Werk von Markus Wanger immer gegenwärtig. Werk und Person nehmen innerhalb der zeitgenössischen Kunst eine singuläre Position ein. Der Künstler ist auch Rechtsanwalt, eine Gleichung, die nicht aufgeht. Zwar kann man behaupten: Die Kunst hat immer Recht. Aber dieses Recht ist nicht justitiabel. Aber wer wollte behaupten, Kunst sei eine Sache des Rechts. Dennoch hat Markus Wanger bewiesen, dass es einen Weg gibt, Kunst ins Recht zu setzen.

CT-Wanger-3.1421cut
CT-wanger-3.1820cut
CT-Wanger 3.1666cut

Zuallererst aber steht die Kunst und deren Raum, dem ihm Markus Wanger in seinem Werk Platz schafft. Es handelt sich dabei um einen komplexen Erfahrungsraum, der zwei 'Räume' miteinander verknüpft. Da ist zum ersten der Raum des konkreten Bildes im Werk von Markus Wanger. Dessen Dimensionen sind als Erstes entschlüs- selbar. Der zweite Blick aber entdeckt scheinbare Widersprüche: Ist das Objekt, das sich im Raum des Gemälde zeigt, abstrakt oder konkret? Die Antwort, die der Künstler darauf gibt, ist eindeutig und dennoch verwirrend: sowohl als auch. Und man könnte hinzufügen: Das liegt im Auge des Betrachters.

CT-wanger-318xxx
pp - 3.1105 Wanger- The Grand Theatre z-3978  Wanger Schauspielhaus
pp-3.970 - Wanger -Paris pp- 3.988 Wanger Notre Dame
z-3.967 - Wanger St- Paul's London

Im digitalen Künstlerkatalog MARKUS WANGER der Reihe www.lex-art-webkat.de ist zu lesen: Licht und Dunkel - Blau und Gelb es sind nicht die Gegensätzlichkeiten, die Markus Wanger aufzeigen will, sondern die Beziehungen, das Miteinander, die Zusammengehörigkeit über die Farbaddition hinaus – das Spiel mit der Impression. Die Virtuosität nicht Reales auf zweidimensionaler Fläche räumliche Architekturobjekte wachsen zu lassen, zeigt den Genius des Schöpferischen.

Dominante und verhaltene Farben, je nach dem Duktus des Bildes zeigen sich gravierend im variationsreichen Œuvre von Markus Wanger. Farbstrukturen treten an die Stelle des Gesehenen und heben das alltäglich Gegenständliche in abstrahierte Formen mit symbolhaftem Charakter, so erzeugt Wanger beim Betrachter die intendierten Stimmungen.

Landschaften und Architektur, Resultate vieler Studien und Reisen, löst er so auf, dass alles Zeitspezifische und sekundär Bedeutsame extrahiert zu sein scheint. Diese Prämisse zieht sich durch sein gesamtes Werken, gibt dem Betrachter den Eindruck des Herben, ungebrochen Kräftigen, auch dort wo Zerbrechliches, Diffiziles wie Blumen und Pflanzen in seinen Stillleben, gleichermaßen optima forma einer Hymne an die Schöpfung gemalt sind.

z2 - pp Wanger -DSCF9219_2
z2-Wanger -
z2- pp-Wanger DSCF3605_1
z2- Wanger -DSCF3638_1 z2 pp Wangerr-DSCF9232_1

Seine Abstraktionen unterscheiden sich von der ersten Generation des Informels dadurch, dass die Intention des malenden Bildes bei ihm seinen Ursprung hat in einem zeitlich andauernden kognitiven Denkprozess; das Primat zur Bildentstehung. Er sublimiert die Metaphorik des universell Gültigen, wie er auch judikatorisch das Sekundäre, das die Bildaussage stören könnte, kategorisch aus dem Bild eliminiert.

Harmonie oder Disharmonie der Farben, so ein Zitat des Künstlers, konsequent verwendet, sprechen eine eigene Sprache, die den Betrachter einbezieht. Beides wirkt spezifisch und ruft variierende Stimmungen hervor. Gelb, Blau und Rot als Trias signalisieren eindeutige Zustände und Stimmungen. Mischfarben jedoch lassen Spielraum auf beiden Seiten.

Für Markus Wanger, Doktor der Jurisprudenz war es wichtiger, das Wissen und Können von Turner, Goethe, Monet und Itten zu erlernen, sich von ihnen inspirieren zu lassen, als ein akademisches Klischee zu übernehmen; so entstand die „ars juris“ eines Autodidakten. Er beherrscht souverän alle Maltechniken zur Optimierung der Bildaussage, variierend zwischen pastosem Farbauftrag haptischer Qualität und lasierten, schimmernden Nuancierungen. Konturen macht er statt grafischer Hilfslinien durch Pastosität des Farbauftrags sichtbar. Die unterschiedlichen Licht- und Schattenspiele auf den Farbstrukturen zeichnen das Dargestellte, die Farbe schafft die Form, nach Gehalt und Material. In der bewusst gewollten Wirkung der Farben replizieren die eruptiv dick aufgetragenen oder lasierenden zerfließenden Farbflächen auch die Spontaneität, die Freude des Augenblicks beim Malen wider.

In seinem Architekturzyklus bedeutender Gebäude Londons, New Yorks und Liechtensteins, entstanden in der Mitte der 90er Jahre, domi- niert die Symbolfarbe Blau, der er die Primärfarbe Gelb zuordnet, die mit den Vermischungen in alle Zwischentöne des Grüns ein vom Inneren der Bauwerke ausgehendes Licht vermittelt. Ein Zyklus mit sehr hohem Kommunikationswert, denn zum Fragenkomplex der Urba- nität werden in diesen Bildern ansatzweise Antworten übermittelt, die der Betrachter kognitiv ermitteln kann, sofern er sich mit Tenazität dem Werk widmet.

 ................................................................design_of_xelanderlayout.........Copyright by www.fi-bk.de 2015...........................................
......